Ökologie des Menschen im multidimensionalen Raum / Asana


Asana

Das Wort “Asana” bedeutet in diesen Kontext “Stellung“, “stabile Körperposition“. Es geht um bestimmte Techniken der Arbeit am Körper, die den Adept auf die nachfolgenden Stufen spiritueller Arbeit vorbereiten. Die Systeme von Asanas und anderen Übungen dieser Arbeitsebene werden zum Oberbegriff “Hatha-Yoga” zusammengefasst. Sie vermitteln auch erste Gewohnheiten zielgerichteter Konzentration und entwickeln auf anfänglichstem Niveau die Energiesysteme des Organismus.

Mit Asanas sollte man sich erst beschäftigen, nachdem man die Grundsätze der vorherigen Stufe studiert und akzeptiert hat. Wird das Hatha-Yoga dagegen bei einer “tötungsgebundenen” Ernährung praktiziert, dann verrohen die Energien, grobe Kräfte wachsen an, und das führt in eine dem rechten Weg entgegengesetzte Richtung.

Asanas übt man am besten frühmorgens, etwa zwischen 4 und 5 Uhr. Beenden sollte man jeden Übungskomplex mit der Shavasana — einer Tiefenentspannung von Körper und Geist, ausgeführt in Rückenlage über die Dauer von ca. 20 Minuten. Wird dies unterlassen, so sind Gesundheitsstörungen möglich, darunter eine Verschlechterung der Sehstärke, Angstzustände, Schlaflosigkeit usw.

Für die Shavasana legen wir uns auf den Rücken und schließen die Augen. Vergewissern wir uns, dass wir bequem liegen. Nichts sollte uns ablenken. Wir entspannen den Körper, beginnend mit den Fußzehen. Stellen wir uns eine zur Körperachse senkrechte Fläche als eine Glaswand vor und führen diese durch den Körper hindurch von den Fußzehen bis zum Kopf; hinter der Fläche bleiben keinerlei Spannungen. Jedes Empfinden für die dahinter verbliebenen Körperteile geht verloren. Wir entfremden uns ihnen, indem wir in Gedanken sagen: “Das gehört mir nicht, das gehört mir nicht!…”. Wenn irgendwo in einem bereits von der Fläche zurückgelegten Abschnitt das Empfinden wieder aufkommt, gehen wir durch ihn noch einmal. Wenn die Fläche durch den Kopf geht, können folgende Zustände auftreten: Erster Zustand: Das Bewusstsein (Eigenbewusstsein) verschwindet. Wir versinken gleichsam in einen tiefen Schlaf, aber es ist kein Schlaf. Das Bewusstsein stellt sich meist in 18 bis 20 Minuten wieder ein. Wir fühlen uns vollkommen ausgeruht, wie nach einem tiefen, langen Schlaf. Es ist ein wohliger Zustand. Stehen wir jetzt nicht ruckartig auf, genießen wir ihn. Zweiter Zustand: Das Bewusstsein bleibt erhalten, aber es tritt vollkommene Ruhe ein. Man kann den eigenen Organismus nun mit einem “inneren Blick” einsehen. Wir gehen damit von unten in den Raum innerhalb des Körpers. Wir sehen helle und dunkle Bereiche. Die Farben grau und schwarz sind Störungen auf einer der Energieebenen; sie entsprechen aktiven oder vorerst noch verborgenen Stadien von Erkrankungen. Versuchen wir nun, alles Schwarze gleichsam mit einer Harke zu kleinen Haufen einzusammeln und aus dem Körper hinauszuschleudern.

Bei der Shavasana sind auch unwillkürliche Austritte aus der stofflichen Hülle möglich: Wir fühlen uns plötzlich zwar noch in der gewohnten Form, aber in einer unnatürlichen Position, etwa über dem Fußboden schwebend, auf dem Kopf stehend u.dgl. Kein Grund zur Aufregung: Es genügt, sich in den Körper zurückzuwünschen, und wir empfinden uns schon in ihm. Sich aber zu solchen Austritten zu stimulieren darf man auf keinen Fall: Dies sind Austritte vorerst noch in eine grobe Raumdimension, die so genannte “astrale Ebene”. Man sollte lernen, gleich in höhere Raumdimensionen auszutreten, und die Techniken dazu sind anders.

Die Shavasana darf Kindern unter 12 Jahren nicht gelehrt werden: Sich einmal jenseits des Körpers empfunden, wollen sie nicht immer zurück.

Beim Hatha-Yoga sei ausdrücklich davon abgeraten zu versuchen, etwas mit der Kundalini-Energie zu machen: Das kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen, sowohl physischen wie psychischen. Die Kundalini-Arbeit ist eine Aufgabe des Buddhi-Yoga. Die Kundalini zu heben ist nur nach sorgfältiger Reinigung und Entwicklung aller Chakras und Hauptmeridiane zulässig.

Man sollte auch verstehen, dass das Hatha-Yoga lediglich eine Vorstufe zum eigentlichen Yoga-Weg ist. Ihm das Leben zu widmen und auf bedeutsamen Erfolg zu hoffen, ist deshalb unseriös. Mehr noch: Ein zu langes Üben des Hatha-Yoga kann sogar schädlich sein, indem es eine Überentwicklung des Astralkörpers bewirkt. Dies ist ein wesentliches Hindernis dafür, das Bewusstsein zu verfeinern und es in den feinsten Äonen zu “kristallisieren”. Ein ernsthafter Fortschritt kann nur durch die Arbeit am spirituellen Herzen im Rahmen von Raja-Yoga und später von Buddhi-Yoga gewährleistet werden.

 

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Wladimir Antonow

Ökologie des Menschen im multidimensionalen Raum

Inhaltsverzeichnis

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