Ökologie des Menschen im multidimensionalen Raum / Die Liebe zu Gott


Die Liebe zu Gott

Der spirituelle Weg ist für diejenigen, die stark und zielbewusst gehen, ein Weg der zunehmenden Glückseligkeit und Freude. Warum aber gehen ihn so wenige Menschen? Und warum geben sich so viele vollends zufrieden mit pseudoreligiösen Handlungen, indem sie etwa Ostereier färben, sich an Festtagen “tüchtig” betrinken und rituell Tiere und Pflanzen töten? Ist es bloß ein Mangel ein Verstand, der sie zu diesen Ersatzmitteln drängt, welche in Wirklichkeit oft Übertretungen vor dem Angesicht Gottes sind? Oder kommt es noch auf fehlende Liebe zu Gott an?

Die Liebe zu Gott bedeutet nicht die Teilnahme an Riten “auf alle Fälle” — falls Er also doch existiert und einen bestrafen könnte. Die Liebe zu Gott ist eine Liebesneigung zu Ihm — dazu, Ihn zu erkennen und mit Ihm zu verschmelzen. Sie ähnelt der sexuellen Leidenschaft: Die in Ihn Verliebten sehnen sich nach Ihm und sättigen sich mit Glückseligkeit in Augenblicken der Begegnung — während erfolgreicher Meditationen.

Ja, um Gott so lieb zu gewinnen, muss man es in der Tat bereits verstehen, zu lieben und sich zu verlieben. Für einen Menschen, der nicht lieben kann, ist Gott unerreichbar. Davon sprach schon Jesus: Lernt zunächst einander zu lieben — dann werdet ihr eure bereits entwickelte Liebe auf Gott Vater richten können.

Man muss aber nicht unbedingt eine ganze Inkarnation lang schwer darauf hinarbeiten, die Kunst irdischer Liebe zu lernen. Man kann sich das Lernen wesentlich verkürzen, indem man spezielle Techniken zur Entwicklung des Liebesorgans — des Anahata-Chakra — anwendet. Auch ist es wichtig zu verstehen, was Gott eigentlich ist: Es können einen seriösen Menschen ja nicht die Märchengestalten zur Liebe hinreißen, die von “Hirten” der entarteten religiösen Richtungen gepredigt werden!

… Gott Vater wird dem Menschen nur im Mönchtum erkennbar. Doch das Mönchtum ist nicht das Tragen einer Uniform der einen oder anderen Farbe — schwarz, weiß, orange… Und auch nicht eine stolze Selbstbetitelung mit einem neuen — oft fremdländischen — Namen. Dies sind alles kindische “Religionsspiele” erwachsener Menschen. Das wahre Mönchtum ist nicht unbedingt ein Klosterleben. Auch nicht eine Absage an Familie und Sozialdienst. Und auch nicht ein kategorischer Zölibat. Und nicht ein “Töten des Fleisches” durch Ablehnung elementarer Hygiene, durch Ketten und Krankheiten. (Mehr darüber in [8]). Das wahre Mönchtum ist ein Zustand, bei dem die Indriyas nicht an Objekte der materiellen Welt gebunden sind, sondern an Gott. Dies ist ein Resultat der Verliebtheit einer durch Meditationstraining entwickelten Seele in Gott.

Der Mönch ist — nach Gottes Auffassung [8,10] — ein Mensch, der im Zustand beständiger Konzentration (Wachsamkeit) lebt, ein Mensch, der sich in einem “Totalkrieg” gegen seine Laster und Unzulänglichkeiten empfindet. Dieser spirituelle Krieger kämpft auch für das Wohlergehen seiner Gefährten auf dem spirituellen Weg. Wichtige Attribute eines Kriegermönches sind: ein abgeschiedener Raum (Zimmer oder Haus), wo er schläft und allein mit Gott einen wesentlichen Teil seiner Zeit verbringt, sowie die Möglichkeit, sich in den Schoß der Natur zu meditativer Arbeit zurückzuziehen. Äußerst wichtig ist es noch die Möglichkeit zu haben, den ganzen Körper jeden Tag mit Seife zu waschen (und nicht alle zwei Wochen ein Mal, wie in orthodoxen Klöstern). Körperliche Sauberkeit fördert Gesundheit, frische Wahrnehmungen und feine Emotionen.

Nützlich sind auch Quarzlampen, zumal wenn man in nördlichen Breiten lebt, um sich das ganze Jahr hindurch zu sonnen. Sonnenstrahlen — nicht nur “lebendige”, sondern sogar vom Menschen künstlich erzeugte und modellierte — bringen uns Gesundheit und sind dem Wohlergehen unserer Körper und Seelen förderlich.

Zum Leben eines Kriegermönches gehören auch unbedingt grundlegende spirituelle Bücher, befreundete Weggefährte und — das Wichtigste — Gott als ein fortwährend empfundener Lehrer, Ratgeber, als ein liebevoller und fürsorglicher, unseren Abweichungen vom Weg zu Ihm aber strenger Universale Vater-Mutter. Der Erfolgsmaßstab eines spirituellen Kriegers ist ein verschwindender Egozentrismus (dieser kommt durch Reizbarkeit und das Bestreben, etwas “für sich” zu erhalten, zum Vorschein) und ein allmählich wachsender Gott-Zentrismus. Letzterer impliziert nicht ein intellektuelles Wissen darüber, was Gott eben ist, sondern ein reales Fühlen, dass Er überall und in allem ist, dass Er Alles ist. Hierbei schwindet das Empfinden des “Selbst” dahin: Das persönliche niedere “Ich” löst sich — durch ein “Zusammenwachsen” der Indriyas mit Gott — allmählich in Ihm auf. Dies verändert grundsätzlich den ökologischen Status des Menschen, nicht wahr?

… Einem spirituellen Kämpfer, der leidenschaftlich in den Gott-Vater verliebt ist und sich keinen anderen Sinn seines Lebens denken kann als nur den, in der Liebe mit Ihm zu verschmelzen und anderen dabei zu helfen, gestattet Er, in Seine Wohnstätte umzuziehen — in Sich Selbst. Wer als spirituelles Herz sich dort niedergelassen hat, kann zum ersten Mal real seinen Höchsten Geliebten, der dort, “jenseits des Spiegels” lebt, in die Arme seines Bewusstseins schließen. Die nun folgende Festigung des Vereintseins mit Ihm erlaubt es, aus dem “Jenseits-des-Spiegels” heraus zu handeln beginnen und sich dabei als Teil des Schöpfers zu empfinden, um verkörperten Seelen zu helfen, zu ihrem wahren höheren “Ich” zu finden — dort, in der Wohnstätte des Gott-Vaters. Dies ist denn auch die vollkommene spirituelle Selbstverwirklichung, die volle Befreiung, das höchste Nirvana, die Vollendung der eigenen persönlichen Evolution als Mensch, das volle Erkennen Gottes und des Selbst, die Verschmelzung mit Ihm zu einer Einheit.

 

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Wladimir Antonow

Ökologie des Menschen im multidimensionalen Raum

Inhaltsverzeichnis

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